Flugzeugbauer: Neuer Auslieferungsrekord bei Airbus

Airbus hat im vergangenen Jahr so viele Verkehrsflugzeuge ausgeliefert wie noch nie und setzt damit seine Aufholjagd gegenüber dem Erzrivalen Boeing fort. Im neuen Jahr sollen über 700 Verkehrsjets an Kunden übergeben werden, sagte der verantwortliche Airbus-Chef Fabrice Brégier am Mittwoch in Blagnac bei Toulouse.

Der europäische Flugzeugbauer kam im vergangenen Jahr auf 688 Maschinen, ursprünglich waren rund 670 Flugzeuge angepeilt. „Das war ein sehr gutes Jahr“, bilanzierte Verkehrsflugzeug-Chef Brégier. Den Titel des weltgrößten Flugzeugbauers konnte Airbus dem US-Konkurrenten Boeing aber nicht abjagen. Der Konzern hat mit 748 ausgelieferten Verkehrsjets die Nase weiter deutlich vorn.

Allerdings ließ Airbus beim Ringen um Neuaufträge Boeing erneut hinter sich. Die Europäer erhielten im vergangenen Jahr 731 Aufträge, 63 mehr als die Amerikaner. Dabei sind Stornierungen bereits herausgerechnet. Im Jahr zuvor hatte Airbus mit mehr als 1000 Neubestellungen allerdings noch deutlich stärker abgeschnitten.

Bei dem Flugzeugbauer in Südfrankreich ist der erste Jet – ein A 321 – für die staatliche Fluggesellschaft Iran Air fertig. Das Flugzeug werde am Donnerstag nach Teheran fliegen, kündigte Brégier an.

Erster Iran-Flieger fertig

Airbus hatte Ende des vergangenen Jahres mit Iran Air einen Vertrag über die Lieferung von 100 Maschinen abgeschlossen, der laut Airbus einen Umfang von 19 Milliarden US-Dollar (rund 18 Milliarden Euro) hat. Teheran bestellte auch massiv bei Boeing. Die Geschäfte der beiden Hersteller wurden erst mit dem internationalen Atomabkommen mit der Islamischen Republik von 2015 und der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen möglich. Mit den Maschinen will der Iran seine veraltete Flugzeugflotte modernisieren.

Brégier sagte auf Nachfragen, sein Unternehmen halte sich beim Iran-Deal an alle internationalen Regeln, auch an die US-amerikanischen. „Ich wäre nicht überrascht, wenn wir in der Lage wären, im laufenden Jahr weitere Flugzeuge auszuliefern.“ Der designierte US-Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf allerdings die Zukunft des Atomabkommens mit Iran in Frage gestellt.

Umsatz von 64,5 Milliarden

Airbus lieferte an internationale Kunden im vergangenen Jahr 49 Großraumjets vom Typ A 350 XWB aus. „Wir waren mit mehr Schwierigkeiten konfrontiert als erwartet“, resümierte Brégier. Dabei ging es beispielsweise um Verspätungen bei der Innenausstattung wie Sitzen und Toiletten. Der doppelstöckige Langstreckenjet A 380 kommt weiter nicht richtig in Fahrt. Geplant sind jetzt nur noch zwölf Stück pro Jahr – der Hersteller hält aber an dem Jet fest.

Die Airbus-Gruppe erzielte im vorvergangenen Jahr einen Umsatz von 64,5 Milliarden Euro. Erste Zahlen für 2016 sollen Ende Februar vorgelegt werden. Der Gesamtkonzern, zu dem auch die Rüstungssparte gehört, kündigte im vergangenen Jahr den Abbau von 1164 Stellen an. Davon entfallen 429 auf Deutschland.

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